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Inszenierung: Lukas Hemleb
Bühnenbild: Raimund Bauer
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
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Niobe
Anfione Manto Tiresia Clearte
Creonte Poliferno Tiberino
Nerea |
Maria Bengtsson
Jacek Laszczkowski Ana Maria Labin Tobias Scharfenberger
Pascal Bertin Peter Kennel Matjaz Robavs
Lothar Odinius Delphine Galou |
Balthasar-Neumann-Ensemble
Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock
Welche große Anziehungskraft die Ausgrabung venezianischer Opern des
späten 17. Jahrhunderts für ein modernes Publikum haben kann, hat sich
mit dem furios aufgenommenen „Il Giustino“ von Giovanni Legrenzi bei den
Schwetzinger Festspielen 2007 gezeigt. In diesem Jahr wenden sich
Thomas Hengelbrock und sein Balthasar-Neumann-Ensemble nun der Musik
Agostino Steffanis zu, der wie kein anderer Komponist dieser Zeit für
die Blüte italienischer Opernkultur in Deutschland sorgte.
„Niobe, Regina di Tebe“ aus dem Jahr 1688 ist Steffanis letzte Oper
für den Münchner Hof und zugleich seine bedeutendste. Bereits das Libretto weiß
die ungeheure Wucht der Niobidentragödie wirkungsvoll in Szene zu setzen.
Erzählt wird die Geschichte der Königin von Theben, die für ihren Hochmut
von den Göttern mit dem Tod ihrer Kinder bestraft vor Schmerz zu Stein wird.
Amphion, ihr Mann, nimmt sich vor Gram das Leben, und die so von ihrem Tyrannen
befreite Stadt erlangt die Freiheit wieder.
Obwohl Steffani fest in der Musiksprache seiner Heimat verwurzelt war, fand er
durch die Aufnahme französischer Stilelemente zu einer sehr individuellen Kompo
sitionsweise, was sich auch in einer besonders großen und bunten Orchesterbeset
zung bemerkbar macht. So wird etwa Amphion, der mythische Erfinder der Leier
und der Harmonie, in seiner Auftrittszene mit einem instrumentalen Aufwand vorge
stellt, wie ihn die italienische Oper schon lange nicht mehr kannte.
Die Arie spielt auf die Harmonie der Sphären aus Platons „Politeiea“ an und
Steffani gelingt es eindrucksvoll, dieses Bild von der Weltenharmonie mit
allen Mitteln der Tonkunst sinnfällig zu machen. Ein kaum zu überbietender
Realismus zeichnet die Sterbeszenen Niobes und Amphions aus:
Jede Gemütsregung zwischen Schmerz und Verzweiflung wird auf
differenzierteste Weise ausgedrückt.
Nicht nur durch den Tod der beiden Hauptrollen auf offener Bühne gehört Steffanis „Niobe“
zu den außergewöhnlichsten Opern des 17. Jahrhunderts. Das Werk beschränkt sich auf
eher wenige und dafür aber gleich gewichtete Rollen. Hierdurch wird kammerspielartig
eine besonders individuelle Charakterzeichnung möglich, die das Werk gerade für die
moderne Opernbühne brennend interessant macht.
Lukas Hemleb, mit dem Thomas Hengelbrock und das Balthasar-Neumann-Ensemble
bereits 2005 in Schwetzingen mit Alessandro Scarlattis „Telemaco“ einen großen Erfolg
feierten, wird die Regie übernehmen.
Das Balthasar-Neumann-Ensemble ist mit seiner Arbeit an der Herausgabe
einer Notenedition dieses Werkes beteiligt.
Vor der Opernaufführung findet die Uraufführung von Adriana Hölzskys
A-Cappella-Komposition „Hybris / Niobe“ durch das SWR Vokalensembles Stuttgart
unter der Leitung von Denis Comtet statt.
→ ausführliche Informationen als PDF-Datei
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