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Giovanni Legrenzi (1626–1690) La Divisione del MondoOper in drei Akten |
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Regie, Bühnenbild und Licht: Philippe Arlaud Kostüme: Carin Bartels Kobie van Rensburg, Gabriela Sima, Sonora Vaice, Simone Kermes, Ilana Davidson, Matthias Rexroth, Bernhard Landauer, Hillary Summers, James Taylor, Wolf Matthias Friedrich, Petteri Salomaa Balthasar-Neumann-Ensemble Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock
«Mit einem Blitzschlag hebt sich der Vorhang und man sieht das Proszenium voller sich bewegender Wolken, die schließlich die Form eines gekrönten Löwen annehmen, dann verfliegen sie langsam und die Bühne mit Jupiter auf einem Adler in der Mitte wird sichtbar.» Mit dieser Beschreibung beginnt Corradis Libretto zu Legrenzis Oper La Divisione del Mondo, uraufgeführt 1675 in Venedig. Damals wurde es als das erklärte Ziel angesehen, Schilderungen dieser Art möglichst konkret auf der Bühne umzusetzen. Hierbei kam eine höchst ausgefeilte Bühnentechnik zum Einsatz; Maschinen bewegten die Wolken, die Wellen und die Winde, Techniker bedienten die Kurbeln und Instrumente. Librettist und Komponist wussten genau, was ihr Publikum von ihnen verlangte; die Ritornelle z. B. wurden als Zwischenspiele eingesetzt, um die Umbauten zeitlich zu ermöglichen. La Divisione del Mondo ist in die Theatergeschichte als ein musikalisch-szenisches Großereignis eingegangen. Elf verschieden gestaltete Bühnenbilder gab es, die Aufführung wurde als Erfolg gewertet, Musikbegeisterte reisten sogar aus dem Ausland an, um dieses Werk auf der Bühne zu erleben, und dennoch ist es später nie wieder aufgeführt worden. Diese Tatsache kann nur mit den hohen Kosten der damaligen Aufführung zusammenhängen. Ausgangspunkt der Oper ist der Sieg der Götter in einer grausamen Schlacht über die Titanen. Doch kann der nächste Plan der Götter, nämlich die Welt aufzuteilen, nicht durchgeführt werden, da die Göttin der Schönheit, Venus, unerwartet den Himmel betreten hat. Sie hat ihren Gemahl Vulcanus, der interessanterweise gar keine Figur der Oper ist, verlassen und bringt durch ihre bloße Anwesenheit die scheinbar solide Götterwelt durcheinander. Die Verwirrung nimmt ihren Lauf, jeder reagiert anders auf Venus; das eigentliche Regieren und vor allem die angestrebte «Divisione del Mondo» gerät völlig in den Hintergrund.
Pressestimmen: «Dirigent Thomas Hengelbrock hat das Werk jetzt ausgegraben und auf die Schwetzinger Festspielbühne gebracht. Hengelbrock ist es auch zu danken, dass der Transfer über 325 Jahre hinweg problemlos funktioniert: Sein Balthasar-Neumann-Ensemble, 14 hochkarätige Barock-Spezialisten, spielt mit einer wunderbaren Selbstverständlichkeit und Anstrengungslosigkeit. Sein Sängerensemble besteht aus zumeist noch sehr jungen, aber fabelhaften Solisten.» Die Welt «Das Balthasar-Neumann-Ensemble mit seinen historischen Instrumenten hat offensichtlich einen Höllenspaß an diesem Stück. Hengelbrock lässt den Sängern ihre Freiheit und sorgt für ein sensibles Miteinander von Orchester und Gesangssolisten. Legrenzi hat kostbares Material dafür geliefert. […] Das homogene Sängerensemble vereint zwar keine berühmten Namen, vereint aber Koloraturenglanz und Spaß an der Darstellung. Es gibt viel zu lachen, zu schmunzeln und zunehmend auch an nachdenklicher Wehmut an diesem Abend. Der Funke hat gezündet. Legrenzi ist wieder aufgetaucht, er hat die Aufteilung der Opernwelt unter die gängigen Repertoirefürsten überstanden.» Opernwelt «Legrenzi verfügt dabei virtuos über alle zeittypischen Tonfälle, vom erhabenen Klagegesang der unglücklich liebenden Cynthia über die Rachearien der Juno bis zum koketten Couplet mixt er die Formen, und dass man vieles daraus geradewegs als barocke Pop-Musik typisieren könnte, machte denn auch das mit fanatischer Emphase spielende Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbock deutlich. Die 14 Spezialisten für Alte Musik bedienten ihr entlegenes Instrumentarium, das neben einigen Streichern auch eine Schar Gitarren, Blockflöten und Theorben aufbietet, im Edel-Punker-Outfit samt Tattoos, Sonnenbrillen und gegeeltem Haupthaar – die witzigste Kapelle, die wohl jemals im Schwetzinger Graben saß.» Mannheimer Morgen «1675 kam La Divisione del Mondo (zu deutsch: Die Aufteilung
der Welt) in Venedig auf die Bühne: als typisches Beispiel für das
venezianische Kommerztheater der Zeit, das mit Bühneneffekten und
draller Komik klotzte und mit der musikalischen Ausstattung eher
geizte. Entsprechend kontrastiert der Regisseur Philippe Arlaud das
bunte Treiben auf der Bühne des gepflegten Schwetzinger Rokokotheaters
mit einer ‹Rockband› aus Punks und Ledertypen mit Baseballkappen und
Tattoos, die lässig ihre Geigen und Gitarren bedienen – wenn sie
nicht gerade ein Schlückchen aus der Bierflasche nehmen. Süddeutsche Zeitung |
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