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Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Egmont

mit Musik von Ludwig van Beethoven (1770–1827)

 

Regie und Sprecher: Klaus Maria Brandauer
Sprecherin: Johanna ter Steege

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock

 

In ihrem realen Leben sind Goethe und Beethoven nur im Jahre 1812 bei einem Kuraufenthalt in Teplitz zusammengetroffen. Bekanntlich hat dieses Treffen keine Künstlerfreundschaft eingeleitet, weil beider Temperamente zu weit voneinander entfernt waren. Ihre eigentliche Begegnung fand in den Werken des je anderen statt. Beethoven, der glühende Verehrer des «ersten deutschen Dichters», als den er selbst Goethe ansah, hatte zunächst einige von dessen Gedichten vertont, bevor er 1810 eine Schauspielmusik zu Egmont komponierte. Beethoven versicherte, sie «bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben» und, «um dieses zu zeigen, nichts dafür von der Theaterdirektion genommen zu haben». Er verzichtete tatsächlich auf ein Honorar.

Am 12. April 1811, noch vor der Vollendung des Werkes, schrieb er an Goethe: «Sie werden nächstens die Musik zu Egmont […] erhalten, diesen herrlichen Egmont, den ich, indem ich ihn eben so warm als ich ihn gelesen, wieder durch Sie gedacht, gefühlt und in Musik gegeben habe – ich wünsche sehr, ihr Urteil darüber zu wissen, auch der Tadel wird mir für mich und meine Kunst ersprießlich sein und so gern wie das größte Lob aufgenommen werden.» Goethe antwortete ihm, noch bevor ihn die Partitur erreicht hatte, genau am 25. Juli desselben Jahres, und betonte, er sei für die in dem Brief «ausgedrückten Gesinnungen […] von Herzen dankbar», und versicherte ihm, dass er «sie aufrichtig erwidre: denn ich habe niemals etwas von ihren Arbeiten durch geschickte Künstler und Liebhaber vortragen hören, ohne dass ich gewünscht hätte, Sie selbst einmal am Klavier zu bewundern und mich an Ihrem außerordentlichen Talent zu ergetzen.» Dass er Beethovens Schauspielmusik, die später wohl auch in Weimar aufgeführt wurde, zumindest in Teilen zur Kenntnis nahm, bezeugt eine Äußerung über das Melodram und die anschließende, den Schlummer Egmonts begleitende Musik: «Hier habe ich ausdrücklich angegeben, daß Musik seinen Schlummer begleiten soll und Beethoven ist mit bewundernswertem Genie in meine Intention eingegangen.»

Das Ungewöhnliche an der Schauspielmusik zu Goethes Egmont ist nicht die Gattung an sich, die aus einer seinerzeit gängigen Praxis hervorgegangen ist, zu Dramen «irgendwelche» Musik zu spielen, die Opern oder Balletten entnommen wurden, die meist nicht einmal entfernte Bezüge zum Drama aufwiesen, sondern vielmehr, dass sich in dieser zum Egmont komponierten Musik mit Goethe und Beethoven zwei ganz Große der deutschen Klassik trafen.

Goethes Protagonist geht auf den historischen Grafen Egmont zurück, der im 16. Jahrhundert Statthalter zweier niederländischer Provinzen war. Er widersetzte sich mit furchtloser Freiheitsliebe, die jeder politischen Klugheit spottete, den spanischen Unterdrückern und wurde schließlich, trotz häufiger Warnungen, von deren Anführer, dem Grafen Alba, gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Im Kerker, im Angesicht des Todes, erscheint ihm der Geist der Freiheit in der Gestalt Klärchens, die ihm den Lorbeerkranz des Sieges reicht. Egmont stirbt, weist aber den Hinterbliebenen den Weg in die Freiheit.

 

Pressestimmen:

«Dass Brandauer mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock bereits eine breite Erfahrungsbasis in szenisch-sinfonischen Projekten hat, merkt man der Aufführung an: Sensibel gehen Sprecher und Musiker aufeinander ein, unterstreichen sich gegenseitig, konkurrieren nie.»

Nürnberger Nachrichten

«So kamen die Einsätze der Musiker immer punktgenau zu Brandauers brillantem Vortrag und sorgten für einen perfekten Gleichklang. Das Publikum dankte den Akteuren mit stehenden Ovationen.»

Die Welt

«Der Abend hielt, was er versprach! Schauspiel- und Lesekunst vom Feinsten.»

Ostthüringer Zeitung