Projektinformation

Download PDF-Datei


Lotti – Zelenka – Bach

Solisten des Balthasar-Neumann-Chores
Balthasar-Neumann-Chor
Balthasar-Neumann-Ensemble

Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock

 

Jan Dismas Zelenka (1679–1745)
Miserere in c ZWV 57
Tanya Aspelmeier, Sopran

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Kantate «Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen» BWV 12
Leipziger Fassung
Marion Eckstein, Alt; Julian Podger, Tenor; Marek Rzepka, Bass

Antonio Lotti (1667–1740)
Missa a tre cori
Heike Heilmann, Sopran; Bernhard Landauer, Alt
Terzett: Tanya Aspelmeier, Marion Eckstein, Marek Rzepka


Als Thomas Hengelbrock 1999 seine erste CD-Einspielung mit Werken Antonio Lottis, darunter eine bedeutende Requiemvertonung vorstellte, war eine kleine Sensation perfekt. Seither hat der lange vergessene venezianische Komponist, der für einige Jahre auch am Dresdener Hof August des Starken wirkte, wieder einen festen Platz im Konzertleben zurückgewonnen.
Mit der „Missa sapientiae“ von Antonio Lotti führte Hengelbrock einige Jahre später eindrucksvoll vor, wie groß der Einfluss des Venezianers auf Komponisten seiner Zeit gewesen sein muss: Johann Sebastian Bach beispielsweise fertigte eigenhändig eine Abschrift dieser Messe an und ließ manche Anregung daraus in seine große h-Moll-Messe einfließen.

In einem neuen Konzertprogramm, das im kommenden Jahr auch auf CD erscheinen soll, stellt Thomas Hengelbrock mit der „Missa a tre cori“ nun die dritte große Messe von Antonio Lotti vor, die sich in der Dresdner Hofbibliothek erhalten hat. Arien mit solistischer Begleitung bis hin zu groß angelegten dreichörigen Sätzen machen dieses durch und durch venezianische Werk zu einem besonderen Hörerlebnis. Mit ihren häufigen Wechseln zwischen chorischer und solistischer Besetzung findet die Messe einen idealen Klangkörper im Balthasar-Neumann-Chor, der sich aus erfahrenen Solisten zusammensetzt.
Thomas Hengelbrock stellt Lottis Werk in diesem Programm eine hochdramatische Miserere-Vertonung des Dresdner Hofkirchenmusi-kers Jan Dismas Zelenka gegenüber. Mit der ergreifenden Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ BWV 12 wenden sich der Freiburger Dirigent und seine beiden Ensembles erneut einer der frühen Kantatenkompositionen Johann Sebastian Bachs zu – ein Werk, das der spätere Thomaskantor so sehr schätzte, dass er es auch in Leipzig wiederaufführte.
Erstaunlicherweise wurde die Kantate in dieser Leipziger Fassung nie ediert. Daher wird sie, wie Lottis „Missa a tre cori“ auch, in der ensembleeigenen Edition Balthasar Neumann als Notenausgabe zugänglich gemacht.