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Claudio Monteverdi (1567–1643) Vespro della beata vergine«Marienvesper» (1610) |
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Solisten des Balthasar-Neumann-Chores
Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock
Unzufrieden am Hof der Gonzaga in Mantua, widmete Claudio Monteverdi 1610 den Druck seiner Marienvesper Papst Paul V., um sich für eine musikalische Anstellung in Rom zu empfehlen. Die Widmung gleicht der Abgabe einer Visitenkarte, bei der Monteverdi unterschiedlichste moderne Kompositionstechniken vorführte und zu einer künstlerischen Einheit verband – es entstand das ohne Zweifel bedeutendste sakrale Werk des 17. Jahrhunderts. Die Marienvesper stellt den Interpreten vor aufführungspraktische Probleme, die bei weitem noch nicht gelöst sind: Welche Instrumente sind einzusetzen? Sollen hochgeschlüsselte Stücke transponiert werden? Welche der beiden Magnificat-Versionen wird aufgeführt? Sollen die einzelnen Sätze in der Abfolge des Drucks von 1610 gespielt werden, oder wird man der Musik mit der Rekonstruktion des liturgischen Ablaufs einer passenden Vesper besser gerecht? Fast immer werden nach Manier eines Oratoriums große Chöre eingesetzt, während die Musik ursprünglich für ein Ensemble virtuoser Gesangssolisten geschrieben ist. Hier kann sich einmal mehr die Struktur des aus Solisten gebildeten Balthasar-Neumann-Chors bewähren und anstelle von plakativem, großem Klang den beinahe kammermusikalischen Charakter dieser Musik herausarbeiten. Besonders wichtig ist eine neue Bewertung der Tempi: Der moderne Charakter der Stücke tritt gerade dann in Erscheinung, wenn die konservativen Notationsgewohnheiten Monteverdis, die noch mit einem Fuß in der Renaissance stehen, nicht missachtet werden. |
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