Insbesondere mit der Entdeckung in Vergessenheit geratener Werke und mit Neuinterpretationen bekannten Repertoires haben sich Thomas Hengelbrock und seine Ensembles einen Namen gemacht. Nach dem Vorbild der architektonischen Engführung von Bau, Malerei, Skulptur und Garten des deutschen Barockarchitekten Balthasar Neumann strebt Thomas Hengelbrock dabei ein intensives Zusammenspiel von Musik und anderen Künsten an. Innovative halbszenische Projekte, bei denen Musik, Rezitation, Schauspiel und Tanz auf immer neue Weise miteinander kombiniert werden, sind das Ergebnis einer experimentierfreudigen Auseinandersetzung, bei der die Ensemblemitglieder nicht selten den Frack mit dem Bühnenkostüm tauschen. Neben Karnevalsmusiken des 17. Jahrhunderts oder den Metamorphosen der Melancholie, Programmen, die der Idee des barocken Welttheaters nachspüren, wurden so Bühnenmusiken wie Schumanns Manfred oder Griegs Peer Gynt im Kontext von Byron bzw. Ibsens Dramen zu neuem Leben erweckt. Hierbei arbeiteten Chor und Ensemble eng mit den Schauspielern Graham Valentine und Klaus Maria Brandauer zusammen. Ihre kürzlichen Debüts an der Opéra national de Paris und bei den Salzburger Festspielen waren große Erfolge. |