Claudio Monteverdi
L’Orfeo
Europatournee, 18.6. bis 23.6.2012

“Offenbar können noch die leisesten Monodien des italienischen Renaissancekünstlers einen großen Saal füllen, wenn sie so klug instrumentiert und so ungemein intensiv dargeboten werden wie von Thomas Hengelbrock und seinem Balthasar-Neumann-
Chor und -Ensemble. Ein schieres Klangwunder, wie sich eine einzelne Chitarrone oder der Bordun des sonoren Regals zur Begleitung eines Solo-Gesangs bis in den hintersten Winkel der Philharmonie [Essen] hörbar machen kann.
Was die Solisten um den warm timbrierten Bariton Nikolay Borchev als Orfeo und die darstellerisch wie stimmlich ungemein sinnliche Mezzosopranistin Anna Bonitatibus in der Doppelrolle als Messagera und Proserpina an affekthafter Deklamation bo-
ten, war nichts weniger als das Ideal italienischen Ziergesangs jener Zeit: Bellezza, Verità, Soavità, Varietà – Schönheit, Wahr-
heit, Anmut, Mannigfaltigkeit.”
FAZ, Wolfgang Sandner, 25.06.2012

“Die Instrumentalisten auf der Bühne verstehen sich längst blind mit ihrem Ensemblegründer, nichts wackelte, keine Balance zwischen Accompagnato und den handelnden Personen auf der Chor-Empore und vor dem Orchester verrutschte. Je ernster und tragischer die Geschichte über den Liebessuchenden in der Schattenwelt wurde, desto reduzierter und konzentrierter wurde auch Hengelbrocks präzise Gestik. Diese Musik ist für ihn Heimspiel und Bekenntnis.” zur Kritik
Hamburger Abendblatt, Joachim Mischke, 25.06.2012

Orfeo 2

Orfeo 3