Mit seinem Einfallsreichtum, seiner musikwissenschaftlichen Entdeckerlust und seiner kompromisslosen Art des Musizierens zählt Thomas Hengelbrock zu den gefragtesten Dirigenten unserer Zeit. Unkonventionell, überraschend und vielfältig sind die Konzertprogramme und Opernprojekte, die er seit zwei Jahrzehnten mit seinem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble und seit 2011 als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters gestaltet. In der aktuellen Saison übernimmt er zudem die Position des „Chef associé“ beim Orchestre de Paris. Im Januar 2017 wird er gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester die Hamburger Elbphilharmonie eröffnen.

In ausgefeilten Dramaturgien verschmilzt Thomas Hengelbrock Barockwerke mit Zeitgenössischem, Bekanntes mit vergessenen Meisterwerken; abseits etablierter Interpretationsnormen befragt er Opern und Sinfonik des 19. Jahrhunderts neu; in szenischen und genreverbindenden Projekten lässt er Musik, Literatur, Schauspiel und Tanz ineinanderfließen.

Thomas Hengelbrock wird als Opern- und Konzertdirigent international geschätzt. Bei den Bayreuther Festspielen debütierte er 2011 mit Wagners „Tannhäuser“. Gastdirigate führten ihn zu den Münchner Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. In der letzten Saison war er erstmals an den Pulten des Concertgebouworkest Amsterdam und der Wiener Philharmoniker zu erleben. Regelmäßig ist er am Teatro Real Madrid, der Opéra de Paris, dem Festspielhaus Baden-Baden und dem Konzerthaus Dortmund zu Gast und arbeitet mit Sängern wie Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Anna Netrebko und Christian Gerhaher.

Mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles sorgte er im Jahr 2013 mit konzertanten Aufführungen von Wagners „Parsifal“ im Klangbild der Entstehungszeit international für Aufsehen. In Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Johanna Wokalek erarbeitet Thomas Hengelbrock auch musikalisch-literarische Programme wie die „Nachtwache“ mit Lyrik und A-cappella-Chorwerken der Romantik (Einspielung bei Sony Music).

Als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters „beflügelt er Hamburg“ und „lockt immer neue Wunder aus dem Orchester hervor“ (Hamburger Abendblatt). Vier vielbeachtete CD-Einspielungen mit Sinfonien von Mahler, Dvořák, Mendelssohn, Schumann und Schubert sind bisher erschienen; zahlreiche Tourneen führten Dirigent und Orchester durch Deutschland, Europa und Asien.

Aufgrund seines großen Engagements in der Musikvermittlung wurde Thomas Hengelbrock 2016 der Herbert von Karajan Musikpreis verliehen.

Prägend für Thomas Hengelbrocks künstlerische Entwicklung waren seine Assistenztätigkeiten bei Antal Doráti, Witold Lutosławski und Mauricio Kagel, die ihn früh mit zeitgenössischer Musik in Berührung brachten. Auch seine Mitwirkung in Nikolaus Harnoncourts Ensemble „Concentus musicus“ gab ihm entscheidende Impulse. Neben der umfassenden Beschäftigung mit Musik des 19. und 20. Jahrhunderts widmet er seine Arbeit auch intensiv der historisch informierten Aufführungspraxis und trug maßgeblich dazu bei, das Musizieren auf Originalinstrumenten dauerhaft im deutschen Konzertleben zu etablieren.

In den 1990er Jahren gründete er mit dem Balthasar-Neumann-Chor und dem Balthasar-Neumann-Ensemble Klangkörper, die heute zu den international erfolgreichsten ihrer Art zählen. Zudem wirkte er 1995 bis 1998 als künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, leitete von 2000 bis 2006 das Feldkirch Festival und arbeitete von 2000 bis 2003 als Musikdirektor an der Wiener Volksoper.

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