Metamorphosen der Melancholie

Leitung, Konzeption, Szenographie Thomas Hengelbrock
Kostüme Andreas Uhmann, Gabi Bartels
Licht Dietrich Körner
Dramaturgie Thomas Hengelbrock, Thomas Krümpelmann

Doctor Melancholicus Graham F. Valentine

Balthasar-Neumann-Chor und Solisten
Balthasar-Neumann-Ensemble

Melancholie – eine Grundbefindlichkeit des Menschen. Eine besondere Schilderung ihrer vielfältigen Erscheinungsformen von Robert Burton, veröffentlicht 1621 in der “Anatomy of Melancholy”, ist das Herzstück der szenischen Aufführung unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Ein Musik-Literatur-Theater-Abend, der den Versuch wagt, den Abgrund des eigenen Ichs zu interpretieren, die “Metamorphosen der Melancholie”, das Wehmütige, Trotzige, Skurrile und Tröstende in bestürzend schönem Gewand großer Kunst zu zeigen.

Die Texte Robert Burtons, William Shakespeares und weiterer Dichter des 17. Jahrhunderts kolaborieren mit Madrigalen, Opernszenen und Consortmusik unter anderem von John Dowland, Thomas Morley, John Eccles, Georg Friedrich Händel und Henry Purcell. Die betörend schöne Musik unterstreicht und dominiert jeden noch so abwegigen Gedanken im Labyrinth der Existenz.

Der Schauspieler Graham F. Valentine bringt mit Balthasar-Neumann-Chor und Balthasar-Neumann-Ensemble die Darstellung eines faustischen Welt- und Seelenergründers in faszinierenden übergeordneten Zusammenhang. Als Dr. Melancholicus untersucht er im Rahmen eines wissenschaftlichen Vortrags vor seinen Studenten das Phänomen Melancholie: distanziert beschreibend zunächst, dann immer mehr von dieser “Krankheit zum Tode” selbst betroffen, der er sich schließlich nicht mehr entziehen kann.

“In dieser wirklich Maßstäbe setzenden Produktion sind alle, auch Sänger und Musiker, gleichzeitig Schauspieler. Keine Geste, keine noch so kleine Bewegung ist da Zufall, alles ist Teil eines Gesamtkunstwerks, das die Regie mit subtilsten Mitteln zu einer wirklichen Geschichte entwickelt hat, in der sich die barocke Weltsicht panoramahaft entfaltet. Und wie liebevoll, artifiziell und gleichzeitig unter-haltsam das gemacht ist!” Stuttgarter Zeitung

“Musik, die in zarten Schwebungen Seelenzustände auslotet und in Stimmungen transformiert, die von den Instrumentalisten und den exquisiten Solisten des Chores derart klangschön und intensiv wiedergegeben werden, dass der Schmerz zum Wohllaut wird und die Trauer Ruhe spendet. Das Fremde, Ferne kommt so ganz nah. Vor allem dann, wenn ein solcher Sprech-künstler und Virtuose des melancholischen Understatements wie der Marthaler-Akteur Graham Valentine als Bindeglied zwischen der Musik und der Szene fungiert. Das hat soviel Zauber, soviel Tiefe, soviel Poesie…” Stuttgarter Nachrichten

“Verzauberung, Begeisterung, Ovationen” Badische Zeitung