Jan Müller-Wieland (*1966)
König der Nacht
Epiphanie für Sprecher, Gesang und Orchester
nach einer Textcollage des Komponisten
basierend auf Texten aus dem Buch Hiob,
von Pia Tafdrup, Nelly Sachs, Georg Büchner
und Jakob Böhme sowie Bibelzitaten
Uraufführung im Rahmen des Feldkirch Festivals 2003
Sprecher Klaus Maria Brandauer
Leitung Thomas Hengelbrock
Sopran Sibylle Schaible, Heike Heilmann
Alt Maida Karisik
Balthasar-Neumann-Ensemble
Das Feldkirch Festival im Jahr 2003 stand unter dem Motto “Gottesspuren”. Als künstlerischer Leiter des Festivals vergab Thomas Hengelbrock den Auftrag einer abendfüllenden Komposition an den deutschen Kompositionspreisträger Jan Müller-Wieland.
Dem Komponisten dienten als Textgrundlage Auszüge aus dem Buch Hiob, dazu weitere biblische Auszüge sowie Texte von Pia Tafdrup, Georg Büchner, Jakob Böhme und Lyrik von Nelly Sachs, letztere entstanden vor dem Hintergrund der existentiellen Bedrohung durch das Dritte Reich.
Mit der Uraufführung des Melodrams “König der Nacht”, ein szenisch inspiriertes “imaginäres Musiktheater”, ging die erfolgreiche Zusammenarbeit von Klaus Maria Brandauer und Thomas Hengelbrock in ihr drittes Feldkircher Jahr. Brandauer verkörperte die Rollen des Satan, Jahwe und Hiob in der gigantischen Partie eines großen Leidenden, großen Kreativen und großen Verneiners.






“Es ist, ein äußerst effektsicher komponiertes Stück, dem man höchstens vorwerfen kann, dass keine weiteren Aufführungen vorgesehen sind. Ein Werk wie dieses würde ganz sicher auf großes Interesse stoßen.” Die Welt
“Jan Müller-Wieland hat ein abendfüllendes Werk in großer Besetzung geschaffen, das eine ungeheure Kraft hat, doch auch Poesie, Zartheit und nicht zuletzt Witz. Die Instrumente grunzen und fauchen, Brandauer mit ihnen, der Klang wächst an und schließlich steht selbst ein von Gott gesandtes Tier mächtig vor uns.”
Neue Vorarlberger Zeitung
